Stories halten, Reels holen
In den Insights eines Monats stehen zwei Zahlen direkt untereinander: Reels 120.300 Aufrufe, Stories 4.024. Dasselbe Profil, derselbe Zeitraum, derselbe Aufwand pro Beitrag.
Wer daraus schließt, dass Stories Zeitverschwendung sind, liest die Zahl falsch. Die beiden Formate haben unterschiedliche Aufgaben, und man kann sie nicht gegeneinander rechnen.
Reels holen, Stories halten
Ein Reel geht an Menschen, die dich nicht kennen. Es ist das einzige Format, das zuverlässig neue Leute erreicht. Deshalb steht dort die große Zahl.
Eine Story geht an die, die schon da sind. Sie erreicht wenige, aber die richtigen: Leute, die dir schon folgen und die kurz davor sind, dich anzuschreiben. Eine Story mit einem Blick hinter die Kulissen bringt keine Reichweite und trotzdem regelmäßig Anfragen.
Das ist der Grund, warum ich für Firmenkanäle nie eins von beiden streiche.
Die Aufteilung, mit der ich arbeite
Für ein kleines Unternehmen, das nicht jeden Tag Zeit für Social Media hat, sieht ein realistischer Monat so aus:
- Acht bis zwölf Reels, davon zwei oder drei bewusst als Test für ein neues Format oder einen neuen Anfang
- Stories an den Tagen, an denen ohnehin etwas passiert, ohne festen Plan
- Ein Beitrag im Feed pro Woche, meistens als Ablage für Informationen, die Leute später suchen
Wichtig ist die Reihenfolge im Kalender. Zuerst werden die Reels gedreht, weil sie den Aufwand tragen. Die Stories entstehen nebenbei am Drehtag, sonst entstehen sie gar nicht.
Was das für dich bedeutet
Miss die beiden Formate nicht mit demselben Maßstab. Bei Reels schaust du auf Aufrufe und auf den Anteil der Nicht-Follower. Bei Stories schaust du auf Antworten und Profilbesuche.
Wenn deine Stories keine Reichweite bringen, ist das kein Fehler. Wenn sie keine einzige Reaktion bringen, schon.